Dart Training verstehen.

 

In einem Forum kam die Frage nach Trainingshäufigkeit auf. Hier meine Meinung zu dem Thema.

 

“Oliver von Dartblog schrieb auch mal was ähnliches. Er meinte mehr als 4 Tage sollte man eh nicht trainieren. Wenn man dann seinen gefestigten Wurf, Stand etc hat ist es ja praktisch einfacher seine schlechten Tage zu akzeptieren und werkelt nicht an seinen Darts herum. Dein Beispiel Mut Taylor ist blöd formuliert weil er ja eine Klasse Technik beherrscht”

 

Das stimmt, aber der Zusammenhang sollte auch erwähnt werden. Anfänger Hobbys, Fortgeschrittene haben bei dieser Trainingshäufigkeit (3-4 mal pro Woche) einen maximalen Nutzen.

Liegt einfach an der Tatsache da wir gerade in dieser Phase mit “normalen” Trainingsreizen auskommen um unsere Leistung zu steigern.

Leistung ist aber nicht unendlich steigerbar und je mehr wir an unseren persönlichen maximalen Leistungsstand herankommen, desto schwieriger wird es neue Steigerungspotenziale zu finden.

Dann wird es notwendig das Training in seiner Art zu ändern, um neue Reize auszulösen und damit die Leistung steigern. Im Sport kann man das generell über die Intensität und/oder über den Umfang realisieren. In unserem Fall, jedenfalls mit dem klassischen Training findet das über den Umfang statt.

Und hier setzt der Hauptirrtum vieler Spieler ein, die meinen ein Training mit vielen Stunden ist ein gutes Training. Der austrainierte Profi kann eventuell davon profitieren.

Der Normalspieler muss zuerst eine Phase durchlaufen, die seine Fähigkeiten an eine Grenze bringen.

Das bezeichnet man dann als Grundlagentraining. Ja auch im Dart sollte es sowas geben. Kompetenzen im Bereich der Technik, Taktik und mentales antrainieren.

Das dauert aber seine Zeit (Ob nun Monate oder Jahre hängt vom Talent ab). Durch unser Training der tausenden Wiederholungen bleiben da viele Spieler auf der Strecke und entwickeln niemals diese Grundlagen. Die, die sich mit 3-5 Stunden Training (jeden Tag) zu Anfang beachtliche Erfolge holen, sind schon selten, noch seltener sind die, die dann auch noch die nächsten Schritte gehen können. Also erfolgreich werden.

Es ist ein Mythos zu glauben viel hilft viel. Und erst recht, wenn wir uns die Sache im Bezug auf die Leistungskurve anschauen.

 

Arbeit durch Zeit!

 

Reize setzen um seine Leistung systematisch zu steigern!

Wenn ich also viele gleiche Wiederholungen mache, dabei spielt es keine Rolle ob ich 501, Cricket, Bos27 etc. spiele. Habe ich eine tagesabhängige Aufnahmekapazität, diese liegt bei Menschen unterschiedlich bei ca. 15 bis 30 Minuten. Aber ich ballere 180 bis 350 Minuten auf das Board. Nichts anderes, keine alternatives Reizangebot, keine Ablenkung, sondern spiele nur meine Spiele (die ja einige als Training bezeichnen). Keine Übungen für Konzentration, Koordination, mentale Inhalte. Nur ballern.

 

Wo ist da der Trainingsreiz, der mich verbessern soll beim stundelangem monotonen werfen?

 

Also ist das Spielen oder Üben nur ein Teil eins Trainings und nicht der Hauptbestandteil. Aber im Dart kennt man nichts anderes. Man denkt „Okay ich mache jetzt solange Würfe auf T20 bis die sitzt“.

Das ist kein Training! Nur Zufall oder Talent bringen dann den Erfolg. Alle anderen landen dann in diesem Post.

 

 

Und der Punkt Erholung ist auch so ein Ding. Das Darttraining strengt körperlich nicht an, daher kann man auch Phasen von 3 Stunden „Training“ jeden Tag sehr gut umsetzen. Da macht der normale Körper kaum Probleme. Aber was passiert mit unserem vegetativen Nervensystem, das auf Dauerstress steht?

Wer kennt nicht die Phasen wo nichts mehr läuft, man sogar wütend wird usw.?

 

Wenn wieder ein Post in diesem Forum zum oben genannten Problem erscheint, komme viele reflexartig mit „Mach mal Pause, das wirkt Wunder“

Also das Wissen, das Pausen starken Einfluss auf uns haben ist bekannt. Sie werden aber erst genutzt, wenn es zu spät ist. (Übertraining)

 

Also Pausen nach Einheiten. Das ist ein wichtiger Teil eines guten Trainings!

 

Aber ein Problem ist im Dart sehr wichtig, jeder strebt nach Leistung, er akzeptiert selten Schwankungen, orientiert sich zu häufig an Leistungen von Topspielern. (z.b.BDO Spieler werden bei einem 90 Schnitt als schlecht bezeichnet).

Wir akzeptieren in unserem Training nur gute Leistungen und suchen bei schlechten Tagen nach Lösungen, die aber falsch sind. So werden die Darts für Leistungssteigerungen oder Verlust verantwortlich gemacht. Ständiges wechseln der Technik ohne begründeten Anlass oder Wissen der Auswirkung eines Wechsels. Ständiges interne fokussieren. Etc. Ich glaube da könnte man noch stundelang ausschweifen.

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