Dartblog – Wenn der Wurf verändert wird

Einen sehr guten Beitrag zu diesem Thema konnte man heute auf Dartn.de, von dem User “Hummel” lesen. Hinter diesem Nutzernamen verbirgt sich der Sportwissenschafter Harald Jansenberger, der im Dartbereich unter anderem durch das Buch “Darts-Sport: Sportwissenschaftliche Leistungsdiagnostik und Trainingsansätze” aufgefallen ist.

DArt Buchrezension
Meine Rezension auf Youtube

Auf meinem Youtube Kanal “Dartblog” habe ich zu diesem Buch auch eine Rezension gemacht.

In dem Beitrag ging es um die Probleme und Erwartungen im Zusammenhang mit Umstellung des Dartwurfs. Wer kennt nicht die Situation, dass wir der Meinung sind, durch eine Änderung unseres Wurfs alle Probleme zu beseitigen?

Hier seine Ausganssituation:

“Da ich in meinem Leistungsvermögen stagniert bin, habe ich versucht meinen Dartwurf zu optimieren. Nach dem Leistungsmodell (5D+ Dartscreen) habe ich einen recht stabilen Stand, eine stabile Schulter, einen stabilen Oberarm und eine passable seitliche Beschleunigung. Was bei mir Probleme verursachte, waren immer wieder die Wurfkonstanz und das geringe Bewegungsausmaß (vor allem durch einen relativ großen Ellbogenwinkel beim Start der Bewegung).

“Hummel” hat mit seinem 5D+ Dartscreen System eine Möglichkeit erarbeitet, den gewonnen Messwerten Eigenschaften zuzuordnen, die eine Qualitätsaussage über die Wurftechnik abgeben. Aus diesem Grund halte ich den Beitrag für sehr interessant, da sein Vorgehen eine ganz andere Qualität besitzt, als es möglich wäre durch alleinige visuelle Beobachtung. Der oft zitierte Average ist für eine qualitative Beurteilung der Änderung völlig unzureichend, wird aber leider zu oft als Kriterium für Erfolg oder Misserfolg der Änderung herangezogen.

Die Grundüberlegung ist also vorhanden, daher wird die Änderung des Wurfs auch nicht auf gut Glück eingeleitet, sondern mit einer Vorgabe.

Daher war es notwendig den Wurf dahingehend zu verändern, dass ich mit meiner Hand einen neuen Startpunkt suchen musste. Als ersten Schritt entschied ich mich, die Hand seitlich zur Stirn, Richtung meines dominanten Auges (Ich bin Linkshänder – links ist mein dominantes Auge), zu ziehen. Das hätte zwar dem Normwert genügt, hat aber nur bedingt Erfolg gebracht. Ich habe zwar erste Verbesserungen im Wurfbild bemerkt, allerdings störte mich, dass ich regelmäßig bei meiner Brille steifte und vor allem, dass beim Auslassen des
Darts leichte krampfartige Empfindungen in der Nähe des Ellbogens (Ursprung der Fingerstreckermuskeln) nach und nach mehr wurden, und ich Bedenken hatte mir da etwas Problematisches heran zu züchten. Zudem wurde die Wurfkonstanz nicht besser, sondern schlechter

Die Tatsache das die Wurfkonstanz schlechter wurde, würde jeden Spieler zur sofortigen Rückveränderung veranlassen. Unabhängig von den Empfindungsproblemen.

Aus diesem Grund entschied ich mich zu einem deutlichen Schnitt mit meiner Wurftechnik Anfang Juli (grün hinterlegte Aufnahmen). Ich versuchte den Startpunkt weiter
zu verändern. Diesmal zu einem komplett neuen Ziel, und zwar zur Schulter. Dieser Startpunkt bietet aus dem Blickwinkel, den Dart bis zum Release möglichst lange in der Hand zu halten, die größten Vorteile. Nachteil ist allerdings, dass diese Abweichung des Startpunktes eine komplett andere “Berechnung” des Wurfs darstellt. Nach einem ca. 14 Tage dauernden Abfall des Average um ca. 20 Punkte zeigten sich in den nächsten 14 Tagen die ersten Erfolge. Ich war noch lange nicht auf meiner Konstanz im Winter, aber es zeigt sich bereits, dass der Weg richtig war, bereits nach einer Woche nach Wurfstilwechsel hatte ich eine höhere Trefferquote bei 100 Würfen auf die 20 – und ich bin nie mehr zurückgefallen. Ebenso zeigten sich Verbesserungen beim Wurf auf Doppel.

Sehr deutlich zu erkennen ist die Zeit, die eine Veränderung in Anspruch nimmt, zu erkennen. Und hier kommt aus meiner Sicht der größte Mehrwert des Artikels zum Tragen.

Dartspieler neigen zur Denkweise, Änderungen umgehend an dem Average ablesen zu können. Sie nehmen sich nicht die Zeit den Wurf neu einzutrainieren. Denn mit jeder Änderung ist es zu akzeptieren das unsere Leistung einbricht.

Das kann man an der Aussage sehr gut erkennen.

Wurfbewegung mit dem Sensor ermittelt.
Wurfbewegung und Entwicklung

“Die Wurfkonstanz (vor allem die vertikale Abweichung im Trefferbild – zeigt den unzureichend verinnerlichten Auslasspunkt) war aber katastrophal. Das zeigte sich auch frustrierend bei Liga-Spielen und Vereinsturnieren (Abweichungen über die D20 hinaus). Erst mit Anfang September nahm die Streuung deutlich ab (gut zwei Monate nach Umstellung) und die Verbesserungen im Vergleich zum Winter werden erkennbar.

Wer hätte die Ausdauer? Wer würde warten bis die Veränderungen endlich wirken und der vorhergesagte Erfolg eintritt? Ich kenne wenige, selbst diejenigen, die ich trainiere hadern sehr oft, wenn es mal über 1-2 Wochen nicht so läuft. Oft hat man dann eine Unzulänglichkeit im Wurf erkannt und will dann die Technik umkrempeln. Aber wie gerade gesehen, können wir keine schnelle Verbesserung erwarten. Zumal eine Änderung der Wurftechnik ohne genau Anhaltspunkte und Wissen um motorisches Lernen zur Glückssache wird.

Harald Jansenberger sieht es folgendermaßen:

Quintessenz: Was will ich mit dieser Geschichte mitteilen? Es ist jedenfalls sinnvoll am eigenen Wurf zu arbeiten, es benötigt aber definitiv Zeit, Geduld und vor allem Vertrauen in die eigene Entscheidung!

Wie oben geschrieben gehe ich da ein Schritt weiter und denke, dass Änderungen am besten funktionieren, wenn man sie mit einem Trainer zusammen umsetzt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Sie müssen den Bedingungen zustimmen, um fortzufahren